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Modersohn – Frühjahr im Moor / Am Ostendorfer Schiffgraben

90.000,00 

Otto Modersohn
(1865 Soest–1943 Rotenburg)

FRÜHJAHR IM MOOR / AM OSTENDORFER SCHIFFGRABEN

Gemalt 1906
Öl auf Leinwand, 80 x 64 cm
Signiert und datiert rechts unten: Otto Modersohn 1906, verso auf dem Keilrahmen betitelt Frühjahr im Moor

Provenienz: Sammlung Dr. Südel, Bremen; Galerie Commeter, Hamburg; Privatsammlung, Leipzig; Villa Grisebach, Berlin (1992); Galerie Klauspeter Westenhoff, Hamburg; Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen; Van Ham, Köln (2024); Privatsammlung, Ostdeutschland

Literatur: Atelierbuch des Künstlers von 1906, dort betitelt: Schiffgraben (Ostendorf)

Expertise von Rainer Noeres, Otto Modersohn Museum,Fischerhude,20.9.2024

„Frühjahr im Moor“ ist ein Gemälde der Worpsweder Zeit (1889-1907), Modersohns wichtigster und bedeutendster Schaffensperiode, die auf dem Kunstmarkt die höchsten Preise erzielt. Als Modersohn es 1906 malt, ist er bereits ein erfolgreicher und gefragter Künstler und stellt doch seine Kunst immer wieder von Neuem auf den Prüfstand, nicht zuletzt inspiriert und befeuert durch Paula Modersohn-Becker, die seine Bewunderin und stärkste Kritikerin zugleich ist. Sie reist 1906 wie schon oft zuvor nach Paris, dieses Mal allerdings mit der Absicht, ihn zu verlassen. Otto beginnt, um sie zu kämpfen und hat am Ende bekanntermaßen Erfolg. Interessant ist, dass während der Trennung der Dialog zwischen den Ehepartnern auch über Kunstfragen nie abreißt. Im April hat er sich etwas gefangen, kehrt an die Arbeit zurück (Brief vom 23.4.1906, S. 349) und malt unter anderem  das vorliegende Gemälde. Es ist davon auszugehen, dass er sein Bestes geben und ein Hauptwerk malen will  (dafür spricht schon die Größe) – ein Werk, das alles enthält, was er mit Paula in Worpswede und Paris so oft und intensiv besprochen hat. Und es gelingt ihm. „Frühjahr im Moor“ ist kein avantgardistisches, französisches Bild, aber ein grandioser, moderner Modersohn, der die ruhige Schönheit der Worpsweder Frühlingslandschaft signifikant erfasst.