Gobillard – Garten mit Iris
Paule Gobillard
(1869 Quimperlé – 1946 Paris)
GARTEN MIT IRIS
Öl auf Leinwand, 33 x 41 cm
Signiert re. u.: Paule Gobillard
Provenienz:
Aus Familienbesitz
Als Nichte von Berthe Morisot, die mindestens zehn Porträts von ihr malte, wuchs Paule Gobillard im engsten Kreis der Impressionisten auf. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern und ihrer Tante lebte Paule Gobillard mit ihrer jüngeren Schwester Jeannie im Haus ihrer Cousine Julie Manet, Berthe Morisots und Eugène Manets einziger Tochter. Älter als Julie und Jeannie, übernahm sie früh Verantwortung für die beiden jüngeren Mädchen. Stéphane Mallarmé und Auguste Renoir kümmerten sich als Vormünder um die Ausbildung der jungen Damen und luden sie regelmäßig ein, mit ihren Familien die Ferien zu verbringen. Bei diesen Gelegenheiten wurde viel in der freien Natur gemalt. 1900 gab es eine Doppelhochzeit: Paules Schwester Jeannie heiratete Paul Valéry, Julie Manet Ernest Rouart (Maler, Schüler Degas‘ und Sohn des berühmten Sammlers und Malers Henri Rouart). Paule zog bei ihrer Schwester ein und verbrachte die Sommer bei Julie im Château du Mesnil. Sie blieb unverheiratet und konzentrierte sich ganz und gar auf die Malerei.
„Ich denke an die Spaziergänge, die wir von Mézy aus nach Le Mesnil unternahmen, als Papa (Eugène Manet) und Maman (Berthe Morisot) vorhatten, es zu erwerben; damals erschien es mir paradiesisch, hier zu leben“, vertraute Julie Manet 1899 ihrem Tagebuch (S. 193) an und fuhr fort, „Es ist ein entzückender, ganz besonderer Besitz (…) sehr französisch“. Paule Gobillard war häufig zu Gast und malte in den Gärten von Mézy und Le Mesnil wunderschöne, impressionistisch lichtdurchflutete Landschaftsgemälde in hellen Pastelltönen, die zu ihren besten Arbeiten zählen. „Garten mit Iris“ könnte auch ein Werk Berthe Morisots sein und würde dann keinen fünf- sondern einen sechsstelligen Preis kosten. Gerade bei ihren Landschaftsbildern kommt Gobillard ihrer Tante und teilweise auch Auguste Renoir malerisch sehr nahe.
Ab 1906 stellte sie als festes Mitglied regelmäßig auf dem Salon d’Automne aus, daneben in den Galerien Durand Ruel, Petit, Druet, Bernheim Jeune und international in Japan, den USA und Dänemark. Durand-Ruel zeigte nach ihrem Tod in seiner Galerie eine Retrospektive ihres Werks.