Luce – Strassenszene in der Abenddämmerung
Maximilien Luce (1858 Paris – 1941 Paris)
STRASSENSZENE IN DER ABENDDÄMMERUNG
1890er Jahre
Öl auf Leinwand, auf Leinwandkarton aufgezogen, 16 x 25,5 cm
Signiert rechts oben: Luce
Provenienz:
Sammlung Jean Bouin Luce
Literatur:
Jean Bouin-Luce et Denise Bazetoux, Maximilien Luce, catalogue de l’œuvre peint, Bd. II, Édition JBL, Paris, 1986, Nr. 194, Ill. S. 55
Die Ölmalerei brachte Luce sich mehr oder weniger eigenständig in den Ateliers befreundeter Künstler und in Kursen an der Académie Suisse bei. Anfang der 1880er Jahre wagte er den Schritt ins freie Künstlerdasein und erwischte einen guten Moment für den Neustart. Georges Seurat erfand mit dem Pointillismus gerade einen aufregenden, neo-impressionistischen Stil, der für Aufsehen sorgte und ihn begeisterte, und mit dem 1884 gegründeten Salon des Indépedants standen auch ihm, dem Außenseiter, Ausstellungsmöglichkeiten ohne strenges Reglement offen. Luce schloss sich Seurats Kreis an. Seine zwischen 1885 und 1900 gemalten pointillistischen Werke mit deutlich aufgehellter Palette brachten ihm zu Lebzeiten nationale und internationale Anerkennung. Bis heute erzielen sie auf dem Kunstmarkt sechs- bis siebenstellige Preise. Der momentane, 2022 bei Sotheby’s in New York erzielte Auktionsrekord liegt bei 3.5 Mio €.
Um 1900 kehrte Luce, nachdem die Galerie Durand-Ruel ihm im Herbst 1899 eine bei Publikum und Kritik gleichermaßen erfolgreiche Einzelausstellung ausgerichtet hatte, dem Pointillismus den Rücken und malte wieder impressionistisch. Vom ersten und bedeutendsten Galeristen der Impressionisten vertreten zu werden, war eine Auszeichnung und förderlich für die Karriere. Luce verzichtete auf die Punkte. Sein Strich wurde gestreckter, weicher und virtuoser, bei gleichbleibender Leuchtkraft und Harmonie der Farben.