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Ottmann – Ball des 14. Juli 1919. Waffenstillstand

8.500,00 

Henry Ottman
(Ancenis 1877 – Vernon 1927)

BALL DES 14. JULI 1919, WAFFENSTILLSTAND

Gemalt 1919
Öl u. Bleistift auf Karton, 38 x 46 cm
Signiert re. u.: Henry Ottmann

Provenienz:
Auktion, Chevau-Légers, Versailles, 25. 6. 1971 und Me Martin, Versailles, 25.6. 1974;
Sammlung Bernard Toublanc-Michel

Literatur:
Bernard Toublanc-Michel, Henry Ottmann, catalogue raisonné, S. 130, Nr. 289

Henry Ottmann arbeitete als Maler und Graphiker, zuerst in Brüssel, dann hauptsächlich in Paris, wo er bei den führenden Galeristen, Paul Durand-Ruel, Eugène Druet und Marcel Bernheim und nach seinem Debüt im Salon La Libre Esthétique in Brüssel, ab 1904 im Salon des Indépendants, Salon d’Automne, Salon Société Nationale des Beaux-Arts und Salon des Tuileries ausstellte.

1896 besuchte er die Ecole des Beaux-Arts in Paris, musste das Studium aber im Folgejahr unterbrechen, um in seiner Heimatstadt im 64. Infanterieregiment seinen Wehrdienst zu leisten. Unabhängig und freiheitsliebend wie er war, hielt er den Drill nicht lange aus – er wollte in die Natur und malen – täuschte 1898 sein Ertrinken vor und floh über die Bretagne nach Belgien. 1914 mit Ausbruch des 1. Weltkriegs kehrte er ins heimische Ancenis zurück, wo er sich der französischen Armee als Sanitäter wieder anschloss. Seine Mutter und einflussreiche Kundinnen setzten durch, dass er vor Ort bleiben und freie Zeit zum Malen hatte.

„Ball des 14. Juli 1919“ malte er anlässlich des Waffenstillstands. Der 1. Weltkrieg, der für die Franzosen und Belgier noch verlustreicher war als der 2., war vorbei. Die Überlebenden konnten vorsichtig versuchen, wieder zu leben, und entsprechend gedämpft sind noch die Farben der tanzenden Paare. Darüber glitzern aber bereits Lichter und sorgt das Fahnenmeer der Tricolore für Farbe. Das Malerische der Fahnen am Nationalfeiertag hatte vor Ottmann schon Impressionisten wie Monet, Renoir, Sisley und Fauvisten wie Camoin, Manguin, Marquet etc. begeistert.