Dufy – Etude de robe pour Paul Poiret (Modezeichnung)
Raoul Dufy
(1877 Le Havre – 1953 Forcalquier)
ETUDE DE ROBE POUR PAUL POIRET (Kleiderstudie)
Ausgeführt ca. 1917
Tinte und Tusche auf Papier, 31,2 x 20,1 cm, gestempelt rechts unten: RD
Provenienz: Privatsammlung, Frankreich
Literatur:
Galerie Fanny Guillon-Laffaille, Galerie Neffe-Degandt, Raoul Dufy – Paul Poiret, Modèles, aquarelles & dessins, 1917-1919, Paris, London, 1998, Ills. S. 45
Expertise von Fanny Guillon-Laffaille, Paris, 2.10.2024, Nr. A24-9889.
Im WVZ Nr. As-1816
Ein Karriereknick brachte Raoul Dufy mit dem großen Modeschöpfer Paul Poiret zusammen – ein Glücksfall für seine Kunst und die Mode. Dufy, der mit seinen fröhlichen, farbenfrohen, fauvistischen Bildern großen Erfolg gehabt hatte, hatte sich vergeblich am Kubismus versucht und finanziell Schiffbruch erlitten. Um Geld zu verdienen, arbeitete er als Buchillustrator und erregte Poirets Interesse, der erkannte, dass Dufys moderne, Art Déco-kompatible Zeichnungen sich großartig für den Stoffdruck eigneten. Beider Zusammenarbeit dauerte gut 20 Jahre. In dieser Zeit entwarf Dufy Stoffe, bald auch in Farbe und mit komplexen, figürlichen Motiven, stattete Poirets Feste und Modenschauen aus und zeichnete dessen Kollektionen für die führenden Modemagazine. Besonders berühmt ist sein Panorama „Robes pour l’été“ für die Mai-Ausgabe von Le Bon Ton 1920. Während der Zeit mit Poiret entwickelte Dufy seinen signifikanten Stil, für den ihn heute jeder kennt. Die vorliegende Zeichnung zeigt eines von Poirets Tageskleidern aus den 1920er Jahre.