Boch, Eugène: Südliche Landschaft

Eugène Boch (1855 in Saint-Vaast-la-Hougue, Normandie – 1941 in Monthyon, Seine-et-Marne)

SÜDLICHE LANDSCHAFT

Gemalt um 1880

Öl auf Leinwand, 56 x 75 cm

Signiert links unten: Boch

 

Preis auf Anfrage

 

Eugène Boch entstammte einer auf Porzellanherstellung spezialisierten französischen Industriellenfamilie, nämlich Villeroy & Boch. Er selbst war Maler und Dichter und Gründungsmitglied der avantgardistischen belgischen Künstlergruppe „Les XX“. Er studierte in Paris bei Bonnat und Cormon. 1888 freundete er sich auf einer Reise nach Arles mit Vincent van Gogh an, der ihn porträtierte. Unter dem Titel „Porträt eines Dichters“ gelangte sein Bildnis 1944 in den Louvre. Ein weiterer guter Freund war Emile Bernard.

Trotz großer Vorbilder entwickelte Boch, wie die „Südliche Landschaft“ beweist, einen persönlichen Stil. Seine Bildkomposition ist unkonventionell. Das Meer wird fast vollständig von Olivenbäumen verdeckt, die ihrerseits vom Bildrand überschnitten werden. Dafür nimmt ein breiter Sandweg über die Hälfte der Bildfläche ein. Irgendwie scheint das Motiv aus dem Fokus gerutscht zu sein. Da es sich jedoch um ein Ölgemälde und kein Foto handelt, muss Absicht dahinterstecken. Boch ging es offensichtlich um den großen, violetten Schatten eines weiteren, außerhalb des Bildraums befindlichen Baums auf dem Weg. Dass Schatten nicht schwarz, sondern farbig sind, ist eine Erkenntnis des Impressionismus. Dass ein Künstler einen Schatten ins Zentrum seines Bildes rückt, ist dagegen ungewöhnlich und weist über den Impressionismus hinaus in die Moderne.

 

 

Titel

Nach oben